Die Energiewirtschaft demonstriert Handlungsfähigkeit. Letzten Monat auf der Messe München endete The smarter E Europe 2026 mit einer klaren Botschaft: Die technologischen Lösungen für eine zuverlässige, erneuerbare Energieversorgung 24/7 sind da und marktreif. Als Mitveranstalter zieht die Solar Promotion GmbH Bilanz zu den Markttrends und der Sonderschau „Renewables 24/7“.
Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft verzeichnete eine hohe Resonanz. Insgesamt präsentierten sich über 2.650 Aussteller aus 52 Ländern in den 19 ausgebuchten Messehallen sowie auf dem Freigelände. Der Anteil an Unternehmen aus dem Ausland lag bei über 66 Prozent.
Rund 105.000 Fachbesucher aus 163 Ländern nutzten die drei Messetage zur Information und Vernetzung. Bereits im Vorfeld versammelten die vier vorgelagerten Fachkonferenzen und angeschlossenen Side-Events mehr als 3.000 Branchenvertreter zum Wissenstransfer. Die Beteiligung unterstreicht den hohen Bedarf an sektorübergreifendem Austausch.
Der globale Markt wächst schneller als von Experten prognostiziert. Der aktuelle „Global Market Outlook for Solar Power 2026–2030“ verzeichnet für 2025 einen weltweiten Zubau von 664 Gigawatt an neuer Photovoltaik-Leistung. Damit überschreitet die installierte Leistung erstmals die Marke von drei Terawatt. Im Juni 2025 deckte die Photovoltaik zeitweise über 22 Prozent des EU-Strombedarfs.
Flankiert wird diese Entwicklung durch den europäischen Batteriespeichermarkt. Im Jahr 2025 stieg die Speicherkapazität durch einen Zubau von 36 Gigawattstunden (plus 48 Prozent) auf über 100 Gigawattstunden an. Großspeicher bildeten dabei erstmals die Mehrheit der Neuinstallationen. Sinkende Zellpreise begünstigen diese Dynamik nachhaltig.
„Fossile Energieträger stehen für die Vergangenheit. Wir belegen mit wissenschaftlichen Daten, dass erneuerbare Energien Stabilität, Resilienz und Kosteneffizienz schaffen. Das Batteriezeitalter hat begonnen, und wir liefern die passenden Plattformen für diesen Übergang.“ – Markus Elsässer, Geschäftsführer der Solar Promotion GmbH
Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand die Sonderschau „Renewables 24/7 – Secure Energy for a Changing World“. Als wissenschaftliche Basis diente die Studie „Kostenoptimale Transformation des deutschen Energiesystems bis 2045“ des Fraunhofer-Instituts für solare Energiesysteme ISE. Die Sonderschau verdeutlichte praxisnah, wie die Energieversorgung im Industrieland Deutschland vollständig und CO2-neutral aus erneuerbaren Quellen gelingen kann.
Fachexperten widerlegten Bedenken bezüglich der sogenannten Dunkelflaute. Da Zeiten ohne ausreichenden Wind und Sonnenschein statistisch nur rund ein Prozent des Jahres ausmachen, sichert die Rückverstromung von grünem Wasserstoff diese Phasen ab. Den regulären Ausgleich im System übernehmen dezentrale Heimspeicher, Großbatterien, bidirektionales Laden von Elektrofahrzeugen sowie ein intelligentes Lastmanagement.
Die Relevanz der Veranstaltung spiegelte sich in der politischen Präsenz wider. Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, verwies in ihrem Grußwort auf die rund 440.000 Arbeitsplätze im deutschen Erneuerbaren-Sektor und dessen Bedeutung für die wirtschaftliche Resilienz. Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger eröffnete den integrierten Hydrogen Dialogue Summit. Zudem tauschte sich Barbie Haller, Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur, mit Branchenvertretern aus.
Getragen wurde die Sonderschau von einem Verbund aus Fachverbänden wie dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar), dem Deutschen Wasserstoff-Verband (DWV) und dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Industrieunternehmen wie CATL, Fenecon, GE Vernova, Octopus Energy und Siemens präsentierten als Technologiepartner die passenden Systemkomponenten.
Die Industrie liefert die Produkte für ein dezentrales, digitales und flexibles Energiesystem basierend auf erneuerbaren Energien. Um das Ausbautempo beizubehalten, bedarf es nun angepasster politischer Rahmenbedingungen. Der Abbau regulatorischer Hürden, die Beschleunigung des Netzausbaus und die Etablierung von Anreizen für systemdienliches Verhalten sind die nächsten notwendigen Schritte.